Ein humorvoller, aber biologisch fundierter Blick auf unser Memospiel „Tierisch lustig“
Wer einen Blick in unser beliebtes Memospiel „Tierisch lustig“ wirft, reibt sich erst einmal verwundert die Augen: Da meditiert ein Katta mitten auf der Wiese, Enten zeigen eine perfekte Synchronschwimm-Figur, Erdmännchen steigen in den Boxring und ein Hund segelt wie ein Parkour-Profi im spektakulären Sprung durch die Luft. Man könnte fast meinen, die Tierwelt bereitet sich heimlich auf die nächsten Olympischen Spiele vor!
Doch was für uns wie eine lustige Akrobatik-Show aussieht, hat in der Natur einen ganz handfesten – und oft überlebenswichtigen – Grund. Hinter den vermeintlichen Turnübungen stecken clevere Überlebensstrategien, ausgeklügelte Anatomie oder einfach pure Lebensfreude. Wir haben die spannendsten Schnappschüsse des Spiels genauer unter die Lupe genommen und eine sportliche Safari der etwas anderen Art für dich zusammengestellt!
Disziplin 1: Die Wassersportler

Motive aus dem Memospiel "Tierisch Lustig"
Kopfsprung oder Synchrontauchen? (Die Enten)
Der sportliche Look: Zwei Entenpos ragen im exakt gleichen Winkel senkrecht nach oben aus dem Wasser. Die Synchronität ist absolut reif für eine olympische Goldmedaille im Turmspringen – oder zumindest für einen perfekt koordinierten Fehlversuch.
Der biologische Hintergrund: Das, was so sportlich aussieht, nennt sich in der Ornithologie „Gründeln“. Schwimmanten (wie Stockenten) tauchen im Gegensatz zu Tauchenten nicht komplett ab. Um an leckere Wasserpflanzen, Schnecken oder Sämereien auf dem Gewässerboden zu gelangen, kippen sie ihren Körper nach vorn. Der Bürzel bleibt dank Luftpolster im Gefieder als natürlicher Schwimmkörper oben. Ein hocheffizientes Abendessen im Kopfstand!
Formationsschwimmen im Ozean (Die Delfine)
Der sportliche Look: Zwei Delfine tauchen im exakt gleichen Winkel aus den Wellen auf, die Schnauzen geöffnet wie zum synchronen Gruß an das Publikum. Pure Eleganz und perfektes Teamwork.
Der biologische Hintergrund: Delfine sind hochgradig soziale Wesen. Das synchrone Schwimmen und Springen festigt die sozialen Bindungen innerhalb der Gruppe (Schule) und hilft bei der Koordination auf der Jagd. Zudem gibt es einen physikalischen Vorteil: Wenn sie dicht nebeneinander schwimmen, nutzen sie den „Strömungsschatten“ des anderen und sparen so beim Reisen enorme Mengen an Energie.
Disziplin 2: Gymnastik & Tanz

Motive aus dem Memospiel "Tierisch Lustig"
Pure Lebensfreude im Weitsprung (Der Hund)
Der sportliche Look: Alle viere von sich gestreckt, die Ohren fliegen im Wind und das Gesicht wirkt im Flug herrlich gequetscht: Dieser Vierbeiner zeigt uns einen Sprung, bei dem man sich fast fragt, wie die Landung wohl aussehen mag.
Der biologische Hintergrund: Was hier nach einer wilden Akrobatik-Panne aussieht, ist meistens ein sogenannter „Zoomie“ – ein plötzlicher, unbändiger Energieschub aus purer Lebensfreude. Wenn Hunde mit weit geöffnetem Maul durch die Luft segeln, jagen sie entweder einem Spielzeug nach oder schütteln einfach überschüssige Energie ab. Dass dabei Koordination und Muskeln trainiert werden, ist ein praktischer Nebeneffekt
Let's Dance: Aerobic im Wüstensand (Der Sifaka-Lemur)
Der sportliche Look: Arme elegant hochgerissen, ein graziler Sidestep zur Seite – dieser Lemure sieht aus, als würde er mitten in einer schweißtreibenden Aerobic-Choreografie aus den 80er-Jahren stecken oder den Tanzbereich der Wüste erobern.
Der biologische Hintergrund: Hinter diesem „Tanz“ steckt nackte Evolution. Larvensifakas sind perfekt an das Leben in den Bäumen angepasst; ihre langen, kräftigen Hinterbeine sind für weite Sprünge von Stamm zu Stamm optimiert. Müssen sie jedoch den offenen Boden überqueren, können sie wegen ihrer Anatomie nicht normal auf vier Beinen laufen. Sie bewegen sich stattdessen hüpfend auf zwei Beinen seitwärts voran. Was für uns wie Tanz aussieht, ist für den Sifaka die sicherste und schnellste Gangart auf der Erde.
Pilates für Pfundskerle (Der Braunbär)
Der sportliche Look: Den Rücken rund gemacht, die Tatzen fest um die Fußsohlen geschlungen: Dieser Bär demonstriert eine Dehnübung, die selbst fortgeschrittenen Pilates-Trainern Respekt abnötigen würde. Sucht er hier seine innere Mitte?
Der biologische Hintergrund: Braunbären sind trotz ihrer Masse erstaunlich biegsam. Diese Position dient den Tieren schlichtweg zur Körperpflege (um zum Beispiel die Sohlen zu säubern) oder zur Entlastung der Gelenke nach langen Wanderungen. Junge Bären testen so im Spiel zudem ihre Balance aus.
Disziplin 3: Kampfsport & Regeneration

Motive aus dem Memospiel "Tierisch Lustig"
Das Leichtgewichts-Finale im Boxring (Die Ziesel / Erdmännchen)
Der sportliche Look: Zwei kleine Nager stehen sich auf den Hinterbeinen gegenüber, die Pfoten erhoben wie zwei Boxer beim finalen Schlagabtausch um den Weltmeistertitel. Wer hier wohl den ersten Haken setzt?
Der biologische Hintergrund: In der Tierwelt wird viel trainiert – vor allem im Jugendalter. Bei diesen „Boxkämpfen“ handelt es sich um spielerische Kommentkämpfe. Die Tiere messen ihre Kräfte, testen ihre Reflexe und feilen an ihrer Sozialstruktur, ohne sich dabei ernsthaft zu verletzen. Ein absolut notwendiges Training für das spätere Erwachsenenleben.
Die Cool-Down-Phase nach dem Training (Das Känguru)
Der sportliche Look: Absolut tiefenentspannt auf der Seite liegend, den Kopf lässig auf die Pfote gestützt und ein Blick, der sagt: „Ich habe heute schon genug gecurlt.“ Das Bild erinnert an die wohlverdiente Pause auf der Fitnessstudio-Bank.
Der biologische Hintergrund: Australien kann unbarmherzig heiß sein. Kängurus nutzen diese Seitenlage vor allem in den heißen Mittagsstunden, um ihre Körperoberfläche flach an den (oft im Schatten liegenden, kühleren) Boden zu schmiegen. Indem sie sich so wenig wie möglich bewegen, senken sie ihre Herzfrequenz und schützen sich vor Überhitzung. Reine Energiespar-Taktik!
Achtsamkeit und Sonnen-Yoga (Der Katta)
Der sportliche Look: Aufrecht im Gras sitzend, die Arme entspannt zur Seite gestreckt, die Handflächen nach oben geöffnet. Dieser Katta hat das spirituelle Erleuchtungs-Level „Ohm“ sichtlich erreicht. Zeit für die tägliche Dosis Meditation?
Der biologische Hintergrund: Von wegen Meditation – hier wird der Akku geladen! Da Lemuren nachts stark abkühlen, nutzen sie diese berühmte Pose am Morgen, um ihre hellen, weniger dicht behaarten Bäuche direkt in die wärmenden Sonnenstrahlen zu strecken. Das „Sonnen-Yoga“ ist eine höchst effiziente Methode zur Thermoregulation.
Spielend fit im Kopf
Ob Synchronschwimmen, Yoga, Boxen oder Ausdauersport – die Natur zeigt uns, wie vielseitig Bewegung sein kann. Und was für die Tiere gilt, tut auch uns Menschen gut. Denn wie heißt es so schön: Wer rastet, der rostet.
Das trifft auf den Körper zu – aber natürlich genauso auf den Geist. Warum also das eigene Gehirnjogging nicht einfach mit einer großen Portion Humor verbinden? Die witzigen Schnappschüsse aus der Tierwelt sind der beste Beweis dafür, dass effektives Gedächtnistraining für Jung und Alt alles andere als trocken sein muss.
